Ausgangslage
Der Shop war zu einem Frankenstein gewachsen: viele Plugins, jahrelange Theme-Overrides, ein funktionierender Checkout und rote Core Web Vitals. Der Käufer wollte ein Headless-Frontend, aber kein zerbrochenes Checkout, keine ausschließliche US-Jurisdiktion und keine Festlegung des Frontend-Frameworks für ein Jahrzehnt.
Drei Constraints, die zusammen die Architektur schnell eingrenzten.
Architekturentscheidung
WooCommerce blieb kommerzielle Source of Truth. Das Frontend ging auf Astro auf Cloudflare Pages mit Workers für Edge-Logik. UCP lieferte die Integrationsgrenze, sodass das Frontend später ohne Eingriff in das Backend neu geschrieben werden kann.
Cloudflare gewann durch EU-Jurisdiktion, TTFB im europäischen Verkehr und Kostenvorhersagbarkeit. UCP gewann durch Offenheit und Reversibilität, nicht durch Trend.
Warenkorb- und Checkout-Grenze
Der Warenkorb war eine React-Insel in der Astro-Shell. Der Checkout blieb in WooCommerce mit Redirect-Übergabe statt iFrame. Das hielt Payment-Compliance, Steuern und Bestände in WooCommerce, wo der Buchhalter des Käufers sie wollte.
Den größten Geschwindigkeitsgewinn lieferte die Katalogseite: statisch gerenderte Kategorien und Produkte mit Edge-Cache plus kleine Cart-Hydration auf der Client-Seite.
Delivery-Modell
Inkrementelle Lieferung: Katalog zuerst, Suche, Warenkorb, Checkout zuletzt. Jede Phase lag hinter einem Feature-Flag am Edge. Rollback war ein Flip, kein Deploy.
Das Redaktions- und Produktteam arbeitete weiter im WordPress-Admin. Headless veränderte ihren Tag nicht. Das war eine bewusste Entscheidung.
Ergebnisbereiche
Exakte Zahlen sind vertraulich. Veröffentlichbar: Core Web Vitals des Katalogs gingen ins Grüne, TTFB im europäischen Verkehrsmix sank deutlich, und die Hosting-Jurisdiktions-Exposition wurde reduziert.
Wiederverwendbare Lektion: Headless WooCommerce gewinnt nicht durch Ersatz von WordPress, sondern durch eine saubere Integrationsgrenze, sodass jede Schicht ohne Eingriff in andere verbessert werden kann.